Jugum – Klosteryoga im Allgäu

Jugum verbindet alte klösterliche Leib- und Atemübungen aus europäischen Traditionen mit einer modernen, dynamischen Übungsform. Grundlage sind über 1000 Jahre alte Quellen, die zu heilsamen Bewegungs- und Meditationsübungen anleiten.

Was ist Jugum?

Jugum verbindet Körper- und Atemübungen mit den Leibgebärden des heiligen Dominikus zu einer ganzheitlichen Praxis. Alte Übungen aus europäischen Klöstern, die in die Meditation führen, werden dabei neu entdeckt und zeitgemäß belebt.

Jugum kann als Gebet aus christlicher Haltung verstanden werden – und ist zugleich offen für alle, die achtsam zur Ruhe kommen möchten.

Jugum-Termine 2026


11. & 18.05 / 19:30 - 20:45 Uhr

Jugum-Reihe in der Nikolaikirche Isny; gemeinsam mit dem ökumenischen Arbeitskreis Bildung Isny

10. & 17.06. / 18:00 - 19:30 Uhr

Jugum in St. Jodok - Kirche in der Stadt Ravensburg

24.06., 01. & 08.07. / 7:15 - 7:45 Uhr

Jugum als Start in den Tag
bei der Rochuskapelle Wangen im ehemaligen Gottesacker

16.07.2026 / 19:00 - 20:15 Uhr

Jugum beim Summer Spirit: Zum guten Hirten (Friedrichshafen)

11.08.2026 / 19:30 Uhr

Jugum beim Summer Spirit auf dem Christkönigsberg (Karsee)

21. & 28.09. / 05.10. / 19:00 - 20:15 Uhr

Jugum in der Galluskapelle/Autobahnkapelle

04.12. / 19:30 Uhr

Jugum bei 4xFREItag im Leutehaus

Jugum wird von Karin Berhalter und Benjamin Sigg begleitet.

Beide haben ihre Jugum Ausbildung 2024/25 bei Karl Steinmetz (InstitTEM Wien) absolviert und sind Jugum-Lehrer InstiTEM.

Woraus besteht Jugum?

Jugum beginnt mit der bewussten Wahrnehmung des eigenen Körpers – in Ruhehaltungen wie Stehen, Sitzen oder Liegen. Daraus entfalten sich achtsame Übungen und Gebärden, die Körper, Atem und innere Haltung verbinden. Im Mittelpunkt stehen drei Bereiche:

  • Leib: sanfte, körperzentrierte Übungen für Beweglichkeit und Wahrnehmung

  • Atem: achtsame Atemübungen, die zur Ruhe führen

  • Herzraum: Meditation und die Verbindung zu sich selbst, zu anderen und zum Ewigen

Welche christlichen Quellen stehen hinter Jugum?

  • Die Tradition der Wüstenmütter und -väter sowie mittelalterliche Gebärden aus der Liturgie, hinzu kommen klösterliche Traditionen und Erkenntnisse der Traditionellen Europäischen Medizin.

  • Die neun Gebärden, überliefert durch den Heiligen Dominikus (1170–1221)

  • Die Herzmeditation, die Atem und Heilworte (z.B. Jesus) miteinander verbindet

  • Prinzipien aus der christlichen Gebets- und Atempraxis (z. B. aus dem Psalmengebet)

  • Klostermedizin und Schriften der Traditionellen Europäischen Medizin (TEM) aus dem Mittelalter

Welche Spiritualität steht hinter Jugum?

Mit dem Begriff Spiritualität wird die Sehnsucht nach mehr bezeichnet. Sie beginnt, wo Menschen nach einem guten Leben suchen. Dem Leben Richtung geben ist gleichbedeutend mit der Suche nach Sinn. Wo Menschen sich also auf den Weg machen und sich dem öffnen, was über unsere Welt hinausreicht, öffnet sich der Raum der Spiritualität.

Religiös gesprochen bedeutet Spiritualität Verbunden-Sein mit einem größeren Ganzen. So verstanden betrifft es den Menschen als Ganzes. Sein Denken, Fühlen und Handeln. Spiritualität ist Gespür fürs Unendliche; für das, was mich unbedingt angeht; für das, was mein Herz öffnet. Sie fordert und fördert eine achtsame Haltung zum Leben, zu jedem Du, zu dem, was mich umgibt. Im christlichen Kontext ist Spiritualität die Erfahrung des Spiritus als „Ergriffen-Sein von Gott“ (vgl. etwa Mt 3,16) - diese Erfahrungen sprengt Grenzen und weist über uns hinaus.

Leib-Arbeit, Atem-Arbeit, Meditation und Gebet sind überlieferte Formen der Selbstwahrnehmung, die über sich selbst hinausführen und einen Raum der Spiritualität öffnen können. Sie sind Teil des reichen Schatzes, den es aus der biblischen Tradition heraus etwa in der mystischen und der klösterlichen Tradition gibt.

Warum praktizieren wir Jugum gerne in Kirchen und in der Natur?

Weil die Praxis in der christlichen Meditations-Tradition verwurzelt ist: Gebärden, Atemarbeit und Herz-Meditation sind im klösterlichen Kontext entstanden und können als Gebetserfahrung verstanden werden. Jugum kann natürlich auch an anderen Orten und lösgelöst von Kirchenräumen praktiziert werden. Ganz besonders wirkt Jugum auch in der Natur.

Was meint Herzmeditation?

„Mir liegt etwas auf dem Herzen.“
„Das nehme ich mir zu Herzen.“

Unsere Sprache verrät, dass das Herz mehr ist, als ein Organ und auch mehr als bloßes Gefühl. Im Herzraum fließt das, was mein Leben ausmacht, zusammen. Herzensruhe meint dann: mit einem inneren Ort der Ruhe in Berührung zu kommen.

Unter Herz-Meditation versteht man die Praxis, Heil-Worte in das Schweigen und Atmen hineinzulegen. Im christlichen Kontext ist das Heilwort „Jesus“ zentral (das bedeutet: Gott ist heilend gegenwärtig).

Auch Worte wie „Ja“, „Da“ bieten sich an. Denkbar ist auch beim Ausatmen ein „aus“ in den Atem zu legen und beim Einatmen ein „ein“. Oder „Du in mir“ (ein) und „Ich in Dir“ (aus). Oder biblisch: JHWH nach Buber „Ich bin, wo Du bist“. Oder “Schalom”. Oder: “Siehe - ich bin da”.

Wie sind Meditation und Alltag miteinander verbunden?

Leibarbeit und Herzmeditation dürfen nicht isoliert verstanden werden. Sie sind keine Technik, um etwas zu erreichen. Wenn, dann sind sie Beziehungsarbeit. Sie lenken meinen Blick auf die Beziehung zu mir selbst – auf die Beziehung zu den anderen – auf die Beziehung zu Gott, zum Ewigen. Das entspricht dem dreifachen Vorsatz von Jugum.

Meditation ist auch zu kurz gedacht, wenn sie nur auf einen selbst projiziert wird. Zum Beispiel: „Ich meditiere zur Stressbewältigung“. Das kann ein Teil sein, aber alleine bleibt es zu wenig: Meditation geht vom Selbstbezug in den Weltbezug. In der europäischen Klöstertradition wurden diese Pole so benannt: actio und contemplatio. Sie beschreiben die Spannung zwischen dem Rückzug in die Stille und dem aktiven Handeln. Am Austarieren dieser Spannung müssen sich spirituelle Bewegungen bis heute messen lassen: Sind sie zu stark auf sich fokussiert, bleiben sie hohl und leer. Verausgaben sie sich im Handeln nach außen, geht die eigene Energie verloren.
Meditation hat also immer beides im Blick: bei sich sein - nach außen gehen, Haltung - Handeln, achtsam mit sich sein - nicht bei sich bleiben, eintauchen - auftauchen.